Das neue Europa: die Gemeinschaft der Unzufriedenen

EMS, Fiskalpakt und das Echo auf die neuesten EU-Beschlüsse sorgen dafür, dass es bald nur noch eine Sache gibt, die die Völker Europas zusammenbindet: die Unzufriedenheit und Wut auf die supranationalen Institutionen. Die Bürger in den Empfängerländern der Finanzhilfen begehren auf gegen die Haushaltsauflagen und Hilfekonditionen, die Bürger in den Garantieländern werden sauer, weil sie ihre Ansprüche an den Staatshaushalt über kurz oder lang zurückstecken müssen. In ihrer Wut auf „Brüssel“ könnten sich beide Seiten zunehmend einig fühlen. Ob es auch zu gemeinsamen Aktionen — Wahlenthaltung, Marsch auf Brüssel, Tomaten auf EP-Abgeordnete — kommen wird? Wir werden es erleben. Hauptsache, es geht mit dem Zusammenwachsen weiter. Es bleibt spannend.

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Über hwiesenthal

Soziologe und Politikwissenschaftler, seit 2003 im Ruhestand, gelegentlich aktiv in der Arbeitsgemeinschaft für Sozialforschung (AfS) e.V. und bei der Grünen Akademie der Heinrich Böll-Stiftung.
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Eine Antwort zu Das neue Europa: die Gemeinschaft der Unzufriedenen

  1. Stefani Weiss schreibt:

    Richtig! Aber ist der Zorn nicht fehlgeleitet? Es ist doch die politische Klasse in den Mitgliedsländern selbst,die fehlgeht und kaum eine der von ihnen selbst beschlossenen Regelungen in der Vergangeheit eingehalten hat. Brüssel oder die EU in ihrer jetzigen Verfassung, können nicht besser oder schlechter sein, als die Politiker es in den Mitgliedstaaten zulassen.
    Der Zorn auf Brüssel entlastet so die nationalen Politiker auf für diese angnehme Weise aus ihrer Verantwortung. Dem sollte Einhalt geboten werden.

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